Grad der Behinderung

Grad der Behinderung „GdB“

Grad der Behinderung ist ein Begriff aus dem deutschen Schwerbehindertenrecht. Es handelt sich dabei um eine Maßeinheit für den Grad der Beeinträchtigung durch eine Behinderung. Benutzt wird der Begriff im Neunten Buch des Sozialgesetzbuches, Kapitel für Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen.


Wie und wo beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis

Die ursprüngliche Bezeichnung „MdE“, was so viel bedeutet wie “Minderung der Erwerbsfähigkeit“ wird noch immer zum Beispiel im Recht der gesetzlichen Unfallversicherung und im Recht der sozialen Entschädigung verwendet. Die neue Bezeichnung „GdB – Grad der Behinderung“ wurde deshalb eingeführt, um eindeutig klar zu stellen, dass nicht nur eine Leistungsbeeinträchtigung im Erwerbsleben, sondern eine erhebliche Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen, beruflich wie privat, berücksichtigt werden muss.

Grad der Behinderung

Grad der Behinderung, auf dem Bild „100“

Grad der Behinderung Einteilung

steuerfreibetrag-grad-der-behinderung

Steuerfreibetrag – Grad der Behinderung

Eingeteilt wird der Grad der Behinderung in einer Skala in 10er Schritten, beginnend bei 20 und endend bei 100. Je höher der Grad der Behinderung, desto umfangreicher sind die Behinderungen und damit auch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Die einzelnen Abschnitte der Skala sind dabei aber keine Prozentangaben, wie so oft irrtümlich angenommen wird. Einzelne Erkrankungen werden hierbei nicht zusammengezählt, sondern in ihrer Gesamtheit bewertet.

Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis haben alle Behinderten mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Diesen muss man vom Versorgungsamt oder dem Amt für Soziale Angelegenheiten beantragen und genehmigen lassen.

Grad der Behinderung – Minderung der Erwerbsunfähigkeit

Grad der BehinderungDen Grad der Behinderung, bzw. die Minderung der Erwerbsunfähigkeit kann man in einer Tabelle nachlesen. Dabei ist zu beachten, dass es sich dabei um allgemeine Anhaltspunkte handelt. Natürlich muss man bei jedem einzelnen Fall alle auftretenden dauerhaften leistungsmindernden Störungen von körperlicher, geistiger und seelischer Natur berücksichtigen. Bei Gesundheitsstörungen, die nicht in der Tabelle der Grad der Behinderung aufgeführt sind, müssen dabei nach vergleichbaren Gesundheitsstörungen beurteilt werden.

Im Anschluss gibt es eine grobe und kurze Übersicht über die Tabelle der Grad der Behinderung. Da, wie schon erwähnt wurde, der genaue Grad der Behinderung von Fall zu Fall verschieden und daher schwer zu ermitteln ist, wird hier auf eine Einteilung in die Prozentzahlen verzichtet. Für die genaue Berechnung des Grades der bestehenden Behinderung ist es daher unumgänglich, seinen Hausarzt oder einen Facharzt, der mit der Krankengeschichte vertraut ist zu konsultieren.

Der Grad der Behinderung wird an folgenden Merkmalen berechnet:

Kopf und Gesicht

Beginnend mit Knochenlücken, Substanzverlust, Schädelnarben am Hirnschädel, Funktionsstörung des Gehirns, bis hin zu einfacher Gesichtsentstellung. Starke und abstoßend wirkende Entstellung des Gesichtes. Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereich. Gesichtsneuralgien von leicht bis besonders schwer, also starker Dauerschmerz oder Schmerzattacken mehrmals wöchentlich. Echte Migräne ( je nach Häufigkeit, Dauer und Intensivität, sowie die Ausgeprägtheit der häufigen Begleiterscheinungen wie vegetative Störungen, Augensymptome, andere zerebrale Reizerscheinungen ) Periphere Fazialisparese von leicht (kosmetisch nur wenig störende Restparese ) bis beidseitige komplette Lähmung

Nervensystem und Psyche

Darunter versteht man unter anderem Hirnschäden, Hirntumore, Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung, Schizophrene und affektive Psychosen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Folgen psychischer Traumen und im Kindesalter beginnende psychische Behinderungen. Aber auch Alkoholkrankheit, -abhängigkeit, Drogenabhängigkeit, Rückenmarkschäden und Multiple Sklerose.

Sehorgan

Damit sind alle Störungen des Sehvermögens gemeint. Für die Beurteilung ist die korrigierte Sehschärfe mit zum Beispiel Gläsern oder Kontaktlinsen ausschlaggebend. Außerdem sind weiterhin nachweisbare Reizerscheinungen zu beachten, wie unkontrollierter Tränenfluss, Empfindlichkeit gegen äußere Einwirkungen (Licht, Staub, Chemikalien usw.) und auch andere Erkrankungen des Auges.

Sehbehindert

  • Sehbehindert = wenn die Sehkraft mit Brille 1/3 bis 1/20
  • hochgradig Sehbehindert = Sehkraft mit Brille 1/20 bis 1/50
  • vollständig Blind = Sehvermögen 1/500 auf dem besseren Auge

Wichtige Merkzeichen in diesem Zusammenhang sind:

  • BL
  • H
  • aG
  • G
  • B
  • RF

Bei einer Sehbehinderung kann ein Steuerfreibetrag von 3700 Euro / Jahr geltend gemacht werden.

Diabetes

Im fortgeschritten Stadium der Diabetes kommt es zu Einblutung in der Netzhaut. Diese Einblutung in der Netzhaut verursachen erheblichen Sehstörungen. Die betroffene Person leidet auch unter starker Orientierungslosigkeit sowie Gleichgewichtsstörungen. Diese Symptome sollten bei der Ermittlung des Grades der Behinderung unbedingt dokumentiert werden.

Hör- und Gleichgewichtsorgan

Von leicht bis schwer durch Taubheit, angeboren oder bis zum 7. Lebensjahr erworben (wegen der schweren Störung des Spracherwerbs)

Nase

Von Stinknase über Verengung der Nasengänge bis hin zum völligem Verlust der Nase.

Mundhöhle, Rachenraum und obere Luftwege

Darunter unter anderem Lippen-Kieferspalte, krankhaften Schluckstörungen, Verlust des Kehlkopfes und Stottern

Brustkorb, tiefere Atemwege und Lungen

Zum Beispiel Brüche des Brustkorbs, Rippen, Brustbein (Schlüsselbein), Brustfellverwachsungen, Fremdkörper im Lungengewebe, Chronische Bronchitis, Pneumokoniosen, Bronchialasthma, Tuberkulose, Schlaf-Apnoe-Syndrom,

Herz und Kreislauf

Alle Krankheiten des Herzens, Gefäßkrankheiten, Arteriovenöse Fisteln, Chronisch-venöse Insuffizienz (z.B. bei Krampfadern), Lymphödem, Hypertonie (Bluthochdruck)

Bei Herz und Kreislaufproblemen besteht die Möglichkeit das Merkzeichen „G“ = erheblich Gehbehindert zu beantragen. Sie werden sich jetzt fragen, was haben Herz und Kreislauf Probleme mit dem Merkzeichen „erheblich Gehbehindert“ zu tun? In der Medizin gibt es einen Ergometer Test.  Bei Herz-Kreislauferkrankungen kann ergonomisch ermittelt werden wie hoch das Leistungsvermögen und somit der tatsächliche GdB der erkrankten Person ist.

Beim Ergometer Test wird die Wattzahl ermittelt, diese entscheidet darüber ob Sie arbeitsfähig oder krank sind.

Verdauungsorgane

Dazu gehören Speiseröhrenkrankheiten, Magen- und Darmkrankheiten, Krankheiten der Leber, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse

Harnorgane

Ausfall oder Fehlen einer Niere bei Gesundheit der anderen Niere, Verlust, Ausfall oder Fehlen einer Niere mit Funktionseinschränkung der anderen Niere, Schäden der Harnwege ( chronisch ), Harninkontinenz

Männliche Geschlechtsorgane

Reicht von unterentwickelten Hoden bis hin zum Penisverlust, sowie Tumor der Prostata

Weibliche Geschlechtsorgane

Verlust der Brust, der Eierstöcke, Vulva oder der Gebärmutter, sowie Endometriose, Scheidenfisteln, Senkung der Scheidenwand, Vorfall der Scheide und/oder der Gebärmutter oder Entfernung eines malignen Tumors der äußeren Geschlechtsteile

Erkrankungen des Stoffwechsel und der inneren Sekretion

Zum Beispiel bei Diabetes mellitus, Gicht, Fettstoffwechselkrankheit, Alimentäre Fettsucht, Adipositas, Phenylketonurie, Mukoviszidose, Schilddrüsenkrankheiten, Tetanie Cushing-Syndrom, Porphyrien, Chronische Nebennierenrindeninsuffizienz (Addison-Syndrom)

Blut, blutbildende Organe, Immunsystem

Unter anderem bei Verlust der Milz, Hodgkin-Krankheit, Akute Leukämien, Knochenmark- und Stammzelltransplantation, Anämien, Hämophilie und entsprechende plasmatische Blutungskrankheiten (je nach Blutungsneigung) und sonstige Blutungsleiden, sowie Immundefekte

Haut

Von Ekzemen bis Akne und Acne vulgaris, Blasenbildende Hautkrankheiten, Hautveränderungen bei Autoimmunkrankheiten des Bindegewebes, Erythrodermien, Ichthyosis, Mykosen, Chronisch rezidivierender Herpes simplex, Totaler Haarausfall (mit Fehlen von Augenbrauen und Wimpern), Pigmentstörungen, Naevus, malignen Tumors der Haut

Haltungs- und Bewegungsorgane, rheumatische Krankheiten

Dieser Abschnitt umfasst hauptsächlich Entzündlich-rheumatische Krankheiten, Kollagenosen und Vaskulitiden (wobei man außer der Krankheitsentwicklung auch durch die funktionelle Einbuße auf den Allgemeinzustand und die Beteiligung anderer Organe beachten muss).

Weiterhin ist zu bedenken, dass bei der Errechnung des Grades der Behinderung nicht nur die Krankheit selber ausschlaggebend ist, sondern auch die Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen wie zum Beispiel Bewegungsbehinderung und Minderbelastbarkeit. Außerdem werden in diesem Abschnitt unter anderem Fibromyalgie, Chronische Osteomyelitis, Muskelkrankheiten, den Kleinwuchs, den Großwuchs, Wirbelsäulenschäden und Beckenschäden behandelt.

Bei Kleinwuchs ist der Grad der Behinderung auch auf einen harmonischen Körperbau bezogen. Zusätzlich zu berücksichtigen sind die verbundenen Störungen wie mangelhafte Körperproportionen, Verbildungen der Gliedmaßen, Störungen der Gelenkfunktionen, der Muskelfunktionen und Statik, neurologische Störungen, Einschränkungen der Sinnesorgane, endokrine Ausfälle und außergewöhnliche psychoreaktive Störungen, die oft mit dieser Behinderung einhergehen. Bei der Beurteilung des Grades der Behinderung von Muskelerkrankungen ist bei der Funktionsbeeinträchtigung durch Muskelschwäche auszugehen.

Geringen Auswirkungen sind vorzeitige Ermüdung und gebrauchsabhängige Unsicherheiten. Mittelgradige Auswirkungen sind zunehmende Gelenkkontrakturen und Deformitäten, Aufrichten aus dem Liegen oder Treppensteigen sind nicht mehr möglich. Zu den schweren Auswirkungen zählen die Geh- und Stehunfähigkeit und Gebrauchsunfähigkeit der Arme. Zusätzlich sind bei einzelnen Muskelkrankheiten durchaus auch Auswirkungen auf die innere Organe oder Augenmuskel-, Schluck- oder Sprechstörungen.

Tabelle Grad der Behinderung

Beispiele für den Grad der Behinderung verschiedener Krankheiten

 

Krankheiten

 

 

Grad der Behinderung

Einfache Schädelbrüche ohne spätere Komplikationen im Heilungsverlauf

 

0

Migräne Mittelgradig mit häufigen Anfällen ein oder mehrere Tage

 

10

Epileptische Anfälle – Häufigkeit = Mittel – große Anfälle mit Pausen die auch über Wochen gehen können

 

60 – 80

Einfache Entstellung des Gesichtes (wenig oder kaum Störend)

 

10

Starke Entstellung des Gesichtes

 

50

Hirnschäden mit mittlerer Leistungsbeeinträchtigung

 

50 – 60

Hirnschäden mit mittelgradigen psychischen Störungen

 

50 – 60

Sehr schwere psychische Störungen

 

50 – 70

Verlust der Augen Linse

 

10

Tinnitus mit starken psychovegetativen Begleiterscheinungen

 

20

Verengung der Nasengänge doppelseitig mit leichter bis mittelgradiger Atembehinderung

 

10

Störung der Speichelsekretion

 

0 – 20

Schluckstörungen mit erheblicher Behinderung der Nahrungsaufnahme

 

20 – 40

Verlust des Oberkiefers ohne kosmetische oder funktionelle Beeinträchtigungen

 

0 – 10

Schwere chronische Bronchitis

 

20 – 30

Bronchialasthma ohne dauernde Einschränkung der Lungenfunktion

0 – 20

Bluthochdruck – leichte Form

0 – 10

Bluthochdruck – schwere Form

20 – 40

Totalentfernung des Magens

40 – 50

Künstlicher Darmausgang

50

Chronische Hepatitis ohne Entzündliche Aktivität

20

Fehlende Niere

25

Chronische Harnwegsinfektion

0 – 10

Verlust Genitalien Mann

50

Verlust der Brust Frau

40

Diabetes mellitus Typ 1 gut eingestellt

40

Sehr schwere Akne mit Knotenbildung und Abszessen – erhebliche kosmetische Einschränkung

20 – 30

Psoriasis vulgaris – andauernder starker Befall

30 – 50

Verlust beider Arme oder Hände

100

Verlust eines Armes und Beines

100

Verlust von drei Fingern inklusive Daumen

40

Verlust aller Fünf Finger einer Hand

50

Verlust einer Zehe

0

Beinverkürzung 2,5 cm bis 4,00 cm

10

Absolute Gebrauchsunfähigkeit des Beines

80

Quelle: Mein Anspruch auf Sozialleistungen – Jürgen Brand und Claudia Künkele

Grundlage für die Feststellung des GdB

Die Grundlage für die Feststellung des Gdb sind die Versorgungsmedizinischen Grundsätze (Anlage §2 der Versorgungsmedizin Verordnung. In den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen sind einzelne Gdb´s für fast alle denkbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren genaue Ausprägung bzw. Schwere festlegt (siehe Tabelle oben). Für die Bestimmung des Grades der Behinderung werden zunächst einzelne Körperfunktionen untersucht und deren konkrete Beeinträchtigung festgestellt. Für jede einzelne Beeinträchtigung einer Körperfunktion wird ein Einzel GdB in zehner Schritten von 10 bis 100 bestimmt.

Praxistipp Versorgungsmedizinischen Grundsätze 

Laden Sie sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter http://www.bmas.de die Versorgungsmedizinischen Grundsätze herunter, um ablehnende Entscheidungen des Versorgungsamtes überprüfen zu können. In den Versorgungsmedizinischen Grundsätze sind einzelne GdB für alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren genaue Ausprägung bzw. Schwere festgelegt.

Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft


 

>>Feststellung Schwerbehinderung Antrag<<

Grad der Behinderung und Minderung der Erwerbstätigkeit – Der Unterschied zwischen GdB und MdE

Minderung der Erwerbstätigkeit

Minderung der Erwerbstätigkeit

Der Begriff des GdB (Grad der Behinderung) stammt aus dem deutschen Schwerbehindertenrecht und dient als Maßeinheit für die Ermittlung der durch eine Behinderung vorliegenden Beeinträchtigung. Er fußt auf der ursprünglich verwendeten Bezeichnung „MdE = Minderung der Erwerbsfähigkeit„, welche heute noch immer im Bereich des Rechts der gesetzlichen Unfallversicherung und im Recht der sozialen Entschädigung – beispielsweise im Bundesversorgungsgesetz – verwendet wird.

Die neu eingeführte Bezeichnung des GdB sollte eine klare Abgrenzung zum MdE deutlich machen und offen legen, dass es sich nicht um eine alleinige Einschränkung in der Erwerbstätigkeit, sondern um eine Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen handelt. Der Grad der Behinderung wird auf einer Skala von 20 bis 100 in Zehnerschritten gemessen; je höher der Wert liegt, desto schwerwiegender bzw. einschränkender ist die Behinderung der betroffenen Person.

Eine Schwerbehinderung liegt dann vor, wenn das Versorgungsamt bei der Ermittlung des Grades der Behinderung einen GdB von mindestens 50 feststellt. Bei der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen kann zudem ein Betroffener mit einem GdB ab 30 durch die Agentur für Arbeit gleichgestellt werden. Die Kriterien für die Bestimmung des GdB sind seit dem 1. Januar 2009 die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze„, welche in der Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) festgehalten sind.

Eine MdE, also eine Minderung der Erwerbsfähigkeit, bezeichnet dagegen die eingeschränkte Fähigkeit, erwerbstätig zu sein und bezieht sich damit ausschließlich auf den Bereich des Berufslebens. MdE ist ein Begriff aus dem Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung und damit eine der Voraussetzungen, im Falle eines Arbeitsunfalles, eines Wegeunfalles oder einer Berufskrankheit eine Entschädigung zu erhalten. Dies geschieht in der Regel in Form einer Verletztenrente durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Versicherte, welche nach einem Arbeitsunfall eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent vorweisen können, haben Anspruch auf eine solche Rente und können diesen bei ihrer Versicherung geltend machen. Bei der Ermittlung des Grades der MdE ist dabei nicht entscheidend, ob die betroffene Person einen tatsächlichen Einkommensverlusterlitten hateine Verletztenrentesoll lediglichdie Minderung der Erwerbsfähigkeit und nicht etwaige Einkommensverluste ausgleichen.

Erzielt die betroffene Person trotz der durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit hervorgerufenen Beeinträchtigung weiterhin das ursprüngliche Arbeitseinkommen, kann ihr eine Einkommensverbesserung gewährt werden. Auf diese Art und Weise können Arbeitnehmer für eine nicht selbstverschuldete Minderung ihrer Erwerbsfähigkeit entschädigt werden.

Bei neuer Behinderung kein „Generalaufwasch“ zum Gesamt GdB

Ist ein Behinderter mit seinem GbB zu hoch eingestuft und wird diesewr GdB wegen des Hinzutretens einer Gesundheitsstörung (weiter) erhöht, so berechtigt dies die Versorgungsverwaltung nicht, den GdB bei einer Bemessung des hinzugetretenen Leidens von Grund auf neu (richtig) zu bemessen. Sie darf vielmehr den GdB nur bis zur zur Höhe der ursprünglichen Anerkennung herabsetzen. Etwas anders gilt allenfalls, wenn die ursprüngliche Fehleinschätzung noch keine zwei Jahre zurückliegt. (Quelle: Sozialrecht & Praxis 3/01)

 

Ab einem Grad der Behinderung von mindestens 30 können behinderte Personen, schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden.

Ab einem Grad der Behinderung von mindestens 30 können behinderte Personen, schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden.

Grad der Behinderung  Gleichstellung

Behinderte Personen mit einen durch das Versorgungsamt festgelegten Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 30 können den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Rechtsgrundlage ist § 2 Abs. 3 SGB IX. Voraussetzung ist, dass sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung keinen geeigneten Arbeitsplatz erlangen bzw. diesen behalten können.

Gleichstellungen werden auf Antrag der behinderten Personen von der Agentur für Arbeit ausgesprochen, die vorher auch den Arbeitgeber und die Schwerbehindertenvertretung anhört. Erfahrungsgemäss haben die Agenturen für Arbeit strenge Vorgaben für die Anerkennung einer Gleichstellung.. Für Angehörige des öffentlichen Diensts beispielstsweise sind die Aussichten auf eine Gleichstellung gering, da sie einen sicheren Arbeitsplatz haben.

Es muss konkret belegt werden, dass der Arbeitsplatz ohne Gleichstellung gefährdet wäre. Die generell schwierige Arbeitsmarktsituation wird als ausreichchender Grund nicht akzeptiert. Auch für arbeitslose Menschen mit einem GdB unter 30 ist es schwierig, eine Gleichstellung zu erlangen.

Gleichgestellte Menschen haben weder Anspruch auf Zusatzurlaub noch auf unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Nahverkehr. Ebenso haben sie keine Möglichkeit, die vorgezogene Altersrente für schwerbehinderte Menschen in Anspruch zu nehmen.

Davon abgesehen können gleichgestellte behinderte Menschen aber alle Rechte und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Anspruch nehmen. Eine weitere Sonderregelung besteht für behinderte Jugentliche und junge Erwachsene. Sie können für die Zeit einer Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen per Gesetz gleichgestellt werden, auch wenn der Grad der Behinderung (GdB) noch nicht festgestellt wurde. Als nachweis genügt eine Stellungnahme der Agentur für Arbeit oder ein Bescheid über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Aufgrund der Gleichstellung ist auch eine Betreuung durch den Intergrationsfachdiest möglich. Arbeitgeber können Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung erhalten. Alle anderen Regelungen für schwerbehinderte Menschen, wie zum Beispiel der besondere Kündigungsschutz, gelten jedoch nicht.

Quelle: Behinderung: Alle Leistungen und Rechte, die Ihnen zustehen / Karl- Friedrich Ernst

Grad der Behinderung bei Ausländern

Das deutsche Schwerbehindertengesetz und damit auch die Verordnung über die Feststellung einer Schwerbehinderung und Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises schützt uneingeschränkt auch alle Ausländer, wenn sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort oder ihre Beschäftigung in Deutschland haben.

Deutsche Behörden, Rathäuser, Arznei und Hilfsmittelhersteller und Selbsthilfeorganisationen bieten zur Überwindung sprachlicher Barrieren mitunter entsprechende Informationen an.

Wenn der Ausländer nur geduldet ist

Das Schwerbehindertengesetz SGX IX schützt ausländische Mitbürger auch dann, wenn sie sich seit Jahren nur geduldet in Deutschland aufhalten, ein Ende dieses Aufenthaltes unabsehbar ist und die Ausländerbehörde gleichwohl keine Aufenthaltsbefugnis erteilt.

Video Grad der Behinderung Schwerbehinderung

Antrag  Grad der Behinderung



38 thoughts on “Grad der Behinderung

  1. Pingback: Steuervorteile für behinderte Menschen

  2. Pingback: Wiederspruch gegen den Bescheid des Versorgungsamtes

  3. Hahn H-J

    habe 70% mit „G“,wo finde ich die bewertungsgrundlagen für Merkmal „aG“

    Reply
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  6. chall

    guten Tag Hallo,ich habe einen GdB von 40%, habe einen Antrag gestellt auf Verschlimmerung im letzten Jahr,habe eine Schulter op mit angegeben sowie Herpes simplex! DIE Schulter op wurde mit unter Rückenleiden eingetragen,0% ! Den Herpes haben sie völlig ausser acht gelassen! Nun habe ich eine erneute Krankheit bekommen…Leider die Fibromyalgie,meine Frage lautet:Hat es üüberhaupt Sinn,noch einmal einen Antrag auf Verschlimmerung zu stellen? Mfg Angela

    Reply
    1. enrico Post author

      Hallo, ich denke schon das ein erneuter Antrag Sinn macht, wenn Sie dem Versorgungsamt glaubhaft darstellen, das eine Verschlimmerung ihrer Leiden eingetreten ist bzw. Behinderungen dazu gekommen sind.

      Grüsse und gute Besserung
      Enrico

      Reply
    2. rainer bros

      Hallo,
      ich finde es zuweilen ganz interessant, was sich manche als „Schwerbehinderung“ anerkennen lassen wollen. Eine „Herpes simplex“ -Infektion ist wie das Wort simplex= simpel/einach schon sagt sicher keine schwere Behinderung und schon garnicht erst nicht nur vorübergehend. Ihre neu hinzugekommene Erkrankung „fibromalgie“ wird, so vermute ich jetzt mal, nicht schon direkt im fortgeschrittenem Stadium oder gar im Endstadium befinden. Sie sollten sich mal mit den versorgungsmedizinischen Grundlagen der Gutachtertätigkeit hinsichtlich des Vorliegens einer Schwerbehinderung auseinandersetzen. Nicht jede Erkrankung ist gleich eine Schwerbehinderung. Jeder sollte im übrigen froh sein,wenn er nicht schwerbehindert ist. Ständige neue Verschlechterungsanträge und Widersprüche können auch ein Schuß nach hinten werden.
      Gruß

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  7. Hans-Bernd Schmalenstroth

    Hallo, ich habe vor 3 Tagen mit 51 Jahren einen Herzschrittmacher bekommen. Ich wollte hier nur einmal nachfragen, ob ich aus diesem Grund einen Antrag auf Behinderung beim Versorgungsamt stellen kann. Wenn ja, wie hoch wäre der Grad der Behinderung ?

    Reply
  8. rico

    Hallo eine Frage habe nur eine niere und zähle als einäuging hab ich da einr Chance wenn ich ein Antrag stelle

    Reply
  9. ali

    Guten tag liebes forum ich hoffe man kann mir helfen, also ich bin 25 Jahre alt hatte im Kindesalter 9 Monate hirnblutung habe seid dem eine lernbehinderun und starkes stottern und seid 2 jahren ca habe ich schon rückenschnerzen zurzeit in Behandlung lohnt sich Es für mich Prozente beim Amtsarzt zu beantragen? Gruss im voraus

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  11. buchwaald, michael

    ich bin mit 50 % eingestuft durch einen diabetis mellitus. wie verändert sich mein GdB durch eine S Wirbelsäule (seit der Kindheit ) u ständig wiederkehrende Belastungsschäden in der rechten schulter nach einem operierten aduktorenabriß ? letztere beiden wurden bisher weder durch das versörgungsamt noch durch den Amtsarzt berücksichtigt . bitte , wer kann mir ratschläge dazu geben oder Erfahrungswerte mitteilen ??

    Reply
  12. Wall

    Ich hab eine frage wenn man einen starken beischeibenvorvall hat hohe blutdruck un herzrasen dagegen muß man täglich tabletten einnehmen? kann man in diesem fall einen antrag stellen aufbehinderung ? wenn ja wo?
    mfg Wall

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  14. Dieter Werner

    Leide sei ca 13 Jahren an RLS .Bin mit o,5 mg angefangen,bin heute auf 6mg Ropinirol.Ich schlafe in der Nacht3 bis 4 Stunden mit Unterbrechung. Seit ca 15 Jahre habe ich eine Behinderung von40%. Soll ich einen Verschlimmerungsantrag stellen, wenn ja wieviel % werde ich bekommen.

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  15. Pingback: Parkerleichterungen für behinderte Menschen

  16. Meyer Ingolf

    Ich habe dazu eine Frage.
    Meine Frau Margit Meyer hat im Mai 2002 eine Totalentfernung des Magens mit Teilen der Leber. Daraufhin hatte sie eine Schwerbeschädigung von 80% nach vier Jahren wurde der Prozentzatz auf 40% gekürzt mit der Aussage sie wäre wohl genesen.Seit knapp zwei Jahren hat sie starken Bandscheibenvoffall so daß sie munmehr ein eihalb jahre damit krank war. Diese Krankheit hat sich zu allem Übel auch noch auf die Psyche meiner Frau gelegt, und keiner kann oder will und da helfen. Auf den Antrag der erhöhung auf 50% bekamen wir natürlich wie soll es auch anders sein ein Absage, wo ich aber in Wiederspruch gehen werde. Können sie uns da nicht irgendwie helfen? Übrigens wir werden beide in diesem Jahr 61 Jahre alt.Vielen Dank das sie sich die Zeit genommen haben mein Mail zu lesen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Reply
  17. Ilona Heinbuch

    Hallo habe Brustkrebs und chronische Bronchitis und nehme Blutverduenungs mittel für meine Drombose muss es für immer nehmen auch wo sie weg ist habe 60 Prozent bekommen kann mir jemand sagen was für Vorteile ich habe oder Vergütung Danke im voraus

    Reply
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  20. Suli

    Hallo,
    Ich bin am rechter auge blind geworden und ich bin psychisch krank geworden wie viel procent behinderungsausweiss bekome ich ?
    Vielen dank

    Reply
    1. enrico Post author

      Hallo,

      ° psychische Störungen = GdB 50 – 70
      ° verlust eines Auges = GdB 40

      Mfg
      Enrico Geduhn

      Reply
  21. Pingback: Herabsetzung Grad der Behinderung - Schwerbehindertenausweis - Wie Sie Ihren Schwerbehindertenausweis beantragen und den Antrag richtig ausfüllen

  22. cepiga zbigniew

    bei mir festgestelt nikiel allergie
    kann ich procente bekommen

    Reply
    1. enrico Post author

      Hallo,

      das muss individuell festgestellt werden. Möchten Sie einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, bitten Sie Ihren zuständigen Arzt um eine Diagnose und weitere Unterstützung.

      Gute Besserung und Grüsse
      Enrico Geduhn

      Reply
  23. Mina

    Hallo,

    Meine Freundin hat einen Verlust eines Beines. Sie trägt Prothese und hat trotz Diagnose etc. GDB 80 erhalten und jetzt soll bei einer Verlängerung des Ausweises erneut der GDB gekürzt werden.

    Was kann man da machen?

    Reply
    1. enrico Post author

      Hallo, erst einmal Widerspruch einlegen. Was sagt denn der behandelnde Arzt ist dieser auch der Meinung der GdB sei zu niedrig?

      Mfg
      Enrico Geduhn

      Reply
  24. Christian kirschner

    Guten Tag,
    Ich weiss nicht wirklich ob ich hier richtig bin bzw mr jemand Auskunft erteilen kann.
    Mir wird nach einem Unfall an der rechten Hand der
    Mittelfinger als einzige Möglichkeit versteift (athrodese) . Ich bin 33j alt und Rechtshändler.
    Mir stellt sich die Frage wie es jetzt weiter geht, werde ich eine prozenztuale Behinderung zugeschrieben bekommen und was kann ich wo wie beantragen, abgesehen von meiner privaten Unfallversicherung.
    Vielen Dank im Vorraus!
    MfG Kirschner

    Reply
  25. Andreas Lange

    habe einen behinderten-ausweis mit 50% ohne merckzeichen, jetzt wurde mir mitgeteilt das ich eine chronische hws erkrankung habe, und schilddrüsen untervunktion besteht.Kann sich dadurch mein behinderungs-grad erhöhen?

    Reply
    1. enrico Post author

      Hallo,

      Sie können einen Antrag auf Verschlechterung stellen. Wenn neue Leiden bzw. Behinderungen festgestellt werden kann sich der GdB natürlich erhöhen.

      Mfg
      Enrico Geduhn

      Reply

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