Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden

By | 17. August 2016

Muss man dem  Arbeitgeber seine Schwerbehinderung mitteilen?

Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden

Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden

Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden – Eine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung einer Schwerbehinderteneigenschaft gibt es nicht. Außer, wenn die Ausführung der Arbeiten nicht möglich oder schwer eingeschränkt möglich ist. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beinhaltet die Richtlinien dazu. Danach darf der Arbeitgeber nach Beeinträchtigungen fragen, die im Zusammenhang mit der angestrebten Tätigkeit stehen.

Nicht aber nach einer Schwerbehinderteneigenschaft schlechthin. Das ist eine Diskriminierung, die unzulässig ist und arbeitsrechtlich verfolgt werden kann. Die Umsetzung der EU Richtlinie 2000/78/EG mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), bekannt als Antidiskriminierungsgesetz, ist Grundlage dafür. Zurzeit ist der Trend dahingehend, dass nur noch gefragt werden darf, wenn die Arbeit zwingend davon abhängig ist, ob es Einschränkungen gibt.

Da viele Arbeitgeber Vorurteile bezüglich der Leistungsfähigkeit und Einsatzfähigkeit der schwerbehinderten Bewerber haben könnten, ist es dem Bewerber freigestellt, die Angaben zu machen. Damit ist die Frage nach dem „muss“ beantwortet.

Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden – Verzicht auf die Nachteilsausgleiche

Verbunden mit dem Verschweigen der Schwerbehinderung ist dann auch der Verzicht auf Zusatzurlaub, der mit 5 Tagen schon erheblich zu Buche schlägt. Gerade mit Einschränkungen ist mehr Erholungszeit wichtig. Ein weiterer Punkt sind die Freibeträge, die auch mehr Netto vom Einkommen bringen.

Nicht alle Nachteilsausgleiche sind dem Arbeitgeber bekannt, aber die Wesentlichen bedeuten eine große Einbuße. Es kann sogar lebensrettend werden, wenn die Behinderung bekannt ist. Im Besonderen können Diabetiker auf die Hilfe von Kollegen im Notfall angewiesen sein. Wenn die Krankheit nicht bekannt ist, fehlt die wichtige Information für Notarzt und andere Helfer im Notfall.

Letztendlich ist der besondere Kündigungsschutz für Schwerbehinderte ein wichtiges Thema für beide Seiten. Die Kündigung ist nur mit der Zustimmung des Integrationsamtes möglich.

Nachteil für den Arbeitgeber

Für den Arbeitgeber entsteht ebenso ein Nachteil beim Verschweigen der Schwerbehinderteneigenschaft. Die Arbeitgeber sind zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe verpflichtet, wenn keine Schwerbehinderten beschäftigt werden. Insofern werden dann Zahlungen geleistet, die nicht gerechtfertigt sind.

Vorteil für den Arbeitgeber

Muss man dem Arbeitgeber seine Schwerbehinderung mitteilen?

Muss man dem Arbeitgeber seine Schwerbehinderung mitteilen?

Der Wegfall einer Ausgleichsabgabe ist nicht nur finanziell ein Vorteil für den Arbeitgeber. Bei Beschäftigung eines Schwerbehinderten werden auch Leistungen zur Teilhabe möglich. Die Ausgestaltung eines speziellen Arbeitsplatzes wird mit Hilfe und Unterstützung des Integrationsamtes realisiert. So kann ein körperlich eingeschränkter Mitarbeiter bei ausschließlich hervorragende geistige Arbeit leisten. Das fängt mit dem passenden Arbeitsdrehstuhl an und kann in einem Computerarbeitsplatz, angepasst an die Behinderung, ausgeführt werden.

Es werden für die Eingliederung von Schwerbehinderten Zuschüsse gezahlt, die der Arbeitgeber sinnvoll für den Arbeitsplatz einsetzen kann.

Die Motivation eines schwerbehinderten Mitarbeiters, der mit der Tätigkeit ein ausgefülltes Leben bekommt, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Es ist nicht nur Dankbarkeit seitens des Arbeitnehmers, sondern das Gefühl der Anerkennung, dass er damit verbindet, um seine Leistungsfähigkeit zu beweisen.

Gemäß SGB III kann der Arbeitgeber Fördermittel für die Einstellung von Schwerbehinderten erhalten. Für 3 Monate zur Probe erstattet die Arbeitsagentur das Entgelt. Weiterhin können bis 70 % der Bezüge von der Arbeitsagentur übernommen werden.

Das ist allerdings abhängig vom Grad der Behinderungen des Arbeitnehmers und von seinem Alter. Selbst die Unterstützung eines Integrationsberaters erhält der Betrieb. Dieser koordiniert alle erforderlichen Aufgaben zur Beschaffung und den Fluss von Fördermittelmitteln.

Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden – Fazit

Selbstverständlich ist es jedem Schwerbehinderten freigestellt, wie er damit umgeht. Letztendlich ist immer die persönliche Entscheidung, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen, ausschlaggebend. Fairness und Offenheit auf beiden Seiten sind der Idealfall.

One thought on “Schwerbehinderung dem Arbeitgeber melden

  1. anonym

    ….gelten alle die Rechte auch für 450 €-Beschäftigung bei z.B. Speiseröhrenkarzinom?

    Reply

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